Nachhaltig leben: 21 Tipps für den Alltag & warum wir diese Veränderung brauchen

 

Nachhaltig Leben

 

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation dient, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.“ 

Gro Harlem Brundtland

Knut.

Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern als Knut der Eisbär überall zu sehen war. Ich war in München bei meinem Cousin und noch jünger als jetzt. Meine Schwester und ich haben gebettelt zu Knut in den Zoo zu fahren (nun weiß ich ja, dass es keine ganz so kurze Strecke gewesen wäre). So ist unser Cousin mit uns in den Zoo und wir haben uns Eisbären angesehen. Er hat gesagt: „Schaut’s, da ist Knut!”. Ja ich hab’s geglaubt, bis heute, bis jetzt gerade eben, als ich gecheckt hab, dass der echte Knut in Berlin war und nicht in München. Das ist aber egal, denn ich hab einen Eisbären gesehen, er sah aus wie Knut und ich konnte ein, mir bis dato unbekanntes, Lebewesen von jeder Perspektive beobachten. Ich wusste und weiß was ein Eisbär ist.

 

Werde ich diese Geschichte meinen Kindern erzählen können ohne dass sie mich fragend anblicken? Fragend, weil sie keine Ahnung haben was ein Eisbär ist.

Thailand.

Ich war in Thailands Dschungel. Auf einem kurzen Survival-Trip. Wir haben nie Tiger gesehen. „Wo sind die Tiger?“, hab ich sie gefragt „Die kannst du im Tiger Kingdom (Misshandlungslager für Tiger würde ich sagen) bewundern, hier im Dschungel gibt’s die kaum mehr.“

 

Für die Generation nach uns wird “Tiger” ein Fabelwesen von Winnie the Pooh sein, nicht mehr und nicht weniger.

 

Du, er, sie und ich, wir wissen alle Bescheid. Doch was ist mit nachhaltig leben? Uns ist der Anstieg der CO2-Emissionen bewusst, die weiterwachsenden Müllberge und der immer weiter schrumpfende Regenwald. Die Artenvielfalt ist im Regenwald am größten, ist dieser mal weg, dann auch der Rest.

Trotz unseres Problembewusstseins besteht eine Kluft zwischen dieser und dem Handeln. Sonst hätte sich schon vor JAHREN etwas geändert. Um ehrlich zu sein habe ich mir schon als ich 12 Jahre alt war Dokumentationen über die globale Erwärmung und den damit vernetzten Komponenten angesehen und wisst ihr auf was ich mich verlassen habe?

 

Ich habe gedacht:„ Die Erwachsenen machen das schon, alles gut.“

Sie haben nichts gemacht. 

Keine Reformen, keine Strategien. Keine Sicht von nachhaltig leben.

Im Gesetz steht geschrieben, es ist verboten zu töten.

Wieso aber gilt dieses Gesetz nicht für unseren Planeten?

Weshalb darf ich Fleisch essen, wenn ich somit unsere Umwelt gefährde? Weswegen findet die Plastikproduktion kein Ende, wenn es unsere Tier und Pflanzenwelt gefährdet? Aus welchem Grund bin ich überhaupt in der Lage ein Shirt zu kaufen welches Kinder unter der Aussetzung von giftigen Dämpfen hergestellt haben? Und das sind wohl die einfachsten Fragen.  

 

Jeder von uns hat einen ökologischen Fußabdruck.

Berechne hier (rechts oben steht Fußabdrucktest) gleich mal deinen bevor du weiterliest.

 

Der WWF (World Wide Fund for Nature) veröffentlicht alle zwei Jahre, zuletzt 2016, den Living Planet Report. Er gibt uns einen Einblick über den Naturverbrauch an der Erde.

Ich hab ihn gelesen und das Ergebnis: In Österreich, Deutschland und der Schweiz beträgt der Fußabdruck pro Person und pro Jahr 5,25 – 7 Hektar. Zur Verfügung hätten wir pro Person und pro Jahr aber eigentlich nur 1,7 Hektar. Wie wir das wohl schaffen? Nachhaltig leben! Ich bin nun ganz offen und ehrlich. Als ich die Übersicht des ökologischen Fussabdruckes nach Ländern angesehen habe, musste ich weinen. Nicht laut und nicht lange. Trotzdem ein sehr tiefer Schock und Schmerz.

Du hast deinen hoffentlich vorher berechnet, wie gross ist der? 

Die Menschheit verbraucht 60 Prozent mehr, als die Erde bereithält. Setzt sich dieser Verbrauch ungebremst fort, sind 2030 zwei komplette Planeten nötig, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Unser stetig wachsender Hunger nach Ressourcen frisst die Zukunft der nächsten Generationen auf. – WWF

Nachhaltigkeit ist eine Frage der Würde, der Verantwortung und des Selbstbildes. Wir sind die erste Generation, ja ich rede hier von Generation, denn ich weiß ganz genau wer diesen Beitrag liest und wer nicht, welche keinen Krieg erleben musste. Ob passiv oder aktiv, egal, wir mussten es nicht. Wir investieren unsere Zeit in Selbstverwirklichung.  

Doch ich muss nun einmal in den Einheitsbrei hüpfen und sagen HALT STOP. Wir haben die einmalige Gelegenheit eine Strategie für ein funktionierendes Gleichgewicht von Konsum und Umwelt herzustellen, ohne die Ressourcen unserer Nachfahren anzurühren bzw. weiter zu verbrauchen. Nachhaltig leben.

Es gibt größeres als unsere privaten Probleme. Sollten wir hier nicht eingreifen, werden nicht nur diese sich in Luft auflösen, sondern wir uns gleich mit ihnen. 

 

Ich bin keine Meeresbiologin, Umweltmanagerin, Botschafterin und Gott nein I’m not Jesus. Ich weiß nicht alles, aber ich bin gewillt alles zu lernen und alles zu hören. 

Meine Kinder sollen wissen wer und WAS Knut ist

Somit teile ich mein Wissen mit euch. Ganz gratis. Ich mache das nicht, weil ich als Bloggerin berühmt werden möchte oder euch morgen dann ein Ebook verkaufe. Ich mache das, weil es mir wichtig ist mit meinem Leben etwas sinnvolles anzufangen.

Nachhaltig leben: 21 schnell umsetzbare Dinge

  1. Lebensmittel 

    Verwendung von lokalen und saisonalen Bio Lebensmittel (Was bedeutet Bio?). Wirkung: Der Boden wird genährt, geringerer CO2 Ausstoß (nur, wenn keine Glashäuser beheizt werden) und die lokale Landwirtschaft und Wirtschaft wird unterstützt

  2. Einkaufen.

    Nimm deine eigenen Verpackungen mit für Obst und Gemüse und benütze eine wiederverwendbare Einkaufstasche. Gut fürs Geldbörserl, dein Gesamtauftreten und die Reduzierung deines Mülls.  Ich hab zwei von Interio (Mama hat’s gekauft, also keine Werbung) und beide gefallen mir sehr, sind in einer kleinen Tasche, immer am Schlüsselbund ausserdem halten’s viel mehr aus als das Klumpat an der Kasse. Um die 600 Milliarden Plastikbeutel werden jährlich hergestellt und weggeschmissen. Wo kommen die dann hin? Nirgendwo, sie bleiben, nicht so witzig oder? (In Wien gibt es zB auch einige Unverpackt Läden und bestimmt auch in anderen Städten und Ländern)

  3. Kühlschrank.

    Dein heiliger Ort, auch er bringt Potenzial mit sich. Türe nur kurz öffnen, eine konstante Temperatur von 7 bis 8 Grad, sollte er vereist sein dann nimm dir Zeit zum Abtauen, denn der Kühlschrank benötigt automatisch mehr Energie um die vorhandene Temperatur im Kühlschrank konstant zu halten.

  4. Geruch und Sauberkeit. 

    Nach einem Vorglühen oder einem grossen SHIT ist ein Raumspray schon Freund und Helfer. Die können aber zu Allergien führen, did you knoooow? Lüfte einfach mal ein bisschen mehr und putze mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln (Zitronensäure, Natron, Essig). 

  5. Küche.

    Nochmals dein heiliger Ort. Beim Kochen kannst du Energie und bares sparen, wenn dein Topf (und der Deckel) dieselbe Göße wie die Herdplatte haben. Den Deckel am Topf lassen beim Kochen, so geht nicht unnötig Hitze verloren.

  6. Strom.

    Vermeide den Stand-by Modus von deinen Geräten (kostet dir übrigens einen halben grünen Schein im Jahr)und stecke ungenutzte Ladegeräte aus. Alles ausschalten was nicht gebraucht wird, komplett.

  7. Raumheizung. 

    Macht 50 bis 80 Prozent von deinem gesamten Energiebedarf aus, arg oder? Ein Tipp: Lieber Fernwärme oder/und Holz, kein Heizkörper zwischen Couch und Wand, 20 Grad für ein gesundes Heizklima

    nachhaltig leben

  8. Postkasten. 

    Nein danke, ich will keine Werbung! Wer um Gottes willen will die denn wirklich? „Des brauch ma ned“, sagt die Oma. Jeder Verzicht auf unnötige Verpackungen und hässliche Werbeprospekte ist ein Weg zur Ressourcenschonung. So easy.

  9. Fahrrad, Bahn oder ganz zu Fuß.

    Ganz egal, gerade auf Kurzstrecken kann man hier etwas verändern. 10 Kilometer mit dem Fahrrad und du hast schon 2,7kg CO2 eingespart. Vorausgesetzt du bist mit dem Fahrrad auch gefahren und es war nur nicht bei dir im Kofferraum. In die Arbeit? Wie siehts aus mit Öffis oder Fahrgemeinschaften? Et voilà.

  10.  Urlaub. 

    Den brauch ich übrigens mal wieder… Verzichte auf den Kurzflug und fahr mit der Bahn oder dem Reisebus. Hier ein Vergleich

  11. Waschtag. 

    Ja, mach ich auch nicht gerne. Eine Vorbehandlung von hartnäckigen Flecken und SCHWUPS kannst du die Waschtemperatur auf niedrige 40 °C statt auf 90°C einstellen. Spart die Hälfte des Stroms und hilft beim nachhaltig leben. Genius.

  12. Waschtag 2.0

    Wer einen Trockner verwendet und kein Kind zuhause hat, welches am Tag 5 Tischdecken und drei Handtücher ankotzt… I don’t get it, das ist definitiv nicht nachhaltig leben. Luft trocknen spart Energie, ausserdem riecht’s dann geil nach frischer Wäsche.

  13. Kaffee, Tee oder Wasser unterwegs.

    Aber bitte nur im eigenen wiederverwendbaren Becher. Individueller, schont Ressourcen, weniger Müll und keine fremden Namen mehr auf deinem Chai Latte, der ein bisschen nach deinem klingt. Mit schottischem Akzent.

  14. Ich brauche das, weil …

    Weil Kaputt, alt oder einfach weil du willst. Wie wäre es mit reparieren, tauschen oder ausborgen? Das wäre ein Anfang für nachhaltig leben. 

  15. Aufzug. 

    Treppen! Nur die harten kommen in den Garten. Umweltfreundlich und deine Figur dankt dir bestimmt auch.

  16. Einweckgläser.

    Wasche sie, benutze sie, bestaune sie. Verpackung für Nudeln, Tee, Kosmetik, Sossen, Dressing, Öl, Geschenke, Aufstriche, Nachspeisen, ..

  17. Café und Bar

    Lass den Strohhalm, ist sowieso nicht gut für das Kollagen deiner Lippen. Zucker aus dem Streuer, gib das Päckchen zurück. Blumen ohne Verpackung, geht ja auch um das Grünzeug. 

  18. Papier, Büro und Schreibtisch. 

    Benötigst du das wirklich auch ausgedruckt? Wenn ja, dann bedrucke mindestens zweiseitig. Weniger Verschwendung von Material bedeutet auch Ressourcenschonung. Kleiner Tipp am Rande für alle Büromitarbeiter: Schlag deinem Chef (oder bist das eh du?) vor auf papierloses Büro, das heißt digital, umzusteigen. Lohnt sich auch vom Verwaltungsaufwand her. Akten sind doch sowas von 2010. 

  19. Wasser.

    Duschen ist sparsamer. Geh doch in die Therme wenn du ein Bad nehmen magst. Bei deiner  Beautyroutine (Einseifen, Zähneputzen, rasieren, etc.) dreh den Hahn ganz zu oder siehst du dem Wasser so gerne zu?

  20. Fleisch.

    Hey du, Fleischtiger. Wusstest du, dass mehr als 30 % unserer Landgebiete für Tierhaltung genutzt werden? Über 60 Milliarden Nutztiere, welche wir im Jahr schlachten, verbrauchen einen Großteil des Trinkwassers. Der Regenwald in Südamerika (unterschätz das nicht, nur weil du dort nicht wohnst, betrifft es dich genauso, one planet you know?) wird hauptsächlich für die Futtermittelgewinnung abgeholzt. All das für dein saftiges Steak und die Chicken Nuggets danach. Braucht eh keiner Wasser und Sauerstoff. Niemand wird aufgefordert sich vegan zu ernähren, aber die Menge macht es aus. Einfach etwas nachhaltig leben eben. Nur mal zur Info, mit Fleisch fütterst du dich im Prinzip auch selber mit Krankheiten und einem höheren Krebsrisiko. Egal, ein Schnitzerl wird’s schon richten, gell.

     

     

  21. Konsum. 

    Minimalismus ist doch sowieso in Mode, also probier es doch mal aus. Second Hand, Flohmarkt, Recycling… Eine Wegwerfgesellschaft ohne Loch. Achtsamkeit ist eine Fähigkeit, die man lernen muss.

 

Ich hoffe, dass es ein paar Menschen bis hierhin geschafft haben. Wenn ja, dann kann ich hier noch eine Dokumentation empfehlen. Nachhaltig leben ist nicht schwer und auch kein “schlechteres” Leben, sondern einfach rücksichtsvoll.

Ich habe mich noch nie solange mit diesem Thema beschäftigt und musste während der Themenrecherche einige Male meine Tränen zurückhalten, weil ich hier nicht nur die Verantwortung für deine Kinder, sondern du auch die für meine übernimmst und was du machst kann ich nicht beeinflussen. Ich kann nur bitten und hoffen, dass wir als Spezies denken und nicht als Individuum. Zumindest dieses eine Mal. 

Bis bald, Alissa

 

3 Comments

  1. Gedankenchaot Flo

    Extrem toller Post und spiegelt sehr viel meiner Meinung wieder. Gerade das wegwerfen anstatt wiederverwenden finde ich so schlimm. Auch der Plastikmüll wird uns noch zu schaffen machen wenn wir nicht bald beginnen umzudenken!

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