Wie Influencer ihren eigenen Markt zerstören – 5 Dinge, die jeder Marketing Manager für einen hohen ROI im Influencer Marketing beachten sollte

Es passiert mir mittlerweile regelmäßig, dass neue Bekannte irgendwann nach meinem Instagram-Account fragen.  Lerne ich einen Menschen dann offline kennen, fühle ich, wie sich im Augenblick der oben genannten Frage mein Magen etwas zusammenzieht.

Bestimmt, weil ich achttausend Follower gekauft habe und nicht auffliegen will? Diese Angst begleitet mich zum Glück nicht.

Es ist eher die darauffolgende Aussage: „Oh fuck you’re „famous“ – so how did you get so many followers? Do you get stuff for free?“ –  Denn wie die wenigsten meiner Gesprächspartner erwarten, existiert hier keine kurze Antwort. 

Natürlich, da gibt es die Möglichkeit einfach nur „hard work“ zu antworten. Die gibt es. Das reicht in den meisten Fällen nicht aus. Ich hab’s probiert – die Reaktionen? 

5 Tipps für einen hohen ROI im Influencer Marketing

„So taking photos and copying quotes while drinking a vegan coco latte and getting Mikita sunglasses for free is hard work?“. – Thanks for nothing. 

Doch wie auch soll der Großteil von mehreren Generationen, die teilweise im und mit dem Web aufgewachsen sind, anders denken, wenn ihnen genau das gezeigt wird? 

Wie soll eine Generation von Managern also bereit sein angemessene Summen in Gesichter und deren Community zu investieren, ohne eigentlich zu wissen, wieviele Stunden letzten Endes in die Zusammenarbeit fließen?

Wie soll kalkuliert werden wieviel die Arbeit eines Influencers wert ist, wenn nicht transparent veranschaulicht wird, wie eine Follower-Anzahl, ein Engagement, eine Impression überhaupt zustande kommt?

Dass Influencer-Marketing vielen sauer aufstößt, darf eigentlich niemanden wundern. In diese Situation haben sich Influencer selbst hineinmanövriert. Diese fehlende Transparenz ist aber nicht der einzige Grund, dass der Influencer- Markt, sollte es zu keiner Veränderung kommen, früher oder später einbrechen wird.

„Das Interesse für das Produkt auf Influencer Y’s Account gilt nicht mehr dem Geruch, dem Look oder dem Statussymbol.“

Transparenz ist nämlich einfach etwas womit alles beginnt auf Social Media. Fehlt diese, dann fehlt letzten Endes auch irgendwann das Interesse von echten Menschen. Soziale Netzwerke bieten Platz für die Gesellschaft, deren Geschichten und für einen Austausch untereinander. Dazu gehören Offenheit, Persönlichkeit und Kontinuität. 

„Social = gesellig, gesellschaftlich, sozial“

Einen hohen ROI im Influencer Marketing durch mehr Transparenz

Das Interesse für das Produkt auf Influencer Y’s Account gilt nicht mehr dem Geruch, dem Look oder dem Statussymbol. Der Nutzen für Influencer Y steht im Fokus. Wie hat das Produkt das Leben dieses Influencers verändert? Wieso ist das so? Benötige ich diese Verbesserung im Leben auch? Habe ich genau danach gesucht? Habe ich eine so starke Bindung zu Influencer Y, um darauf zu vertrauen, dass mir Influencer Y das zeigt, was auch wirklich den Tatsachen entspricht? Oder macht sich diese Person gerade selbst zu einer unglaubwürdigen Werbefigur?

Ich spreche hier aus Erfahrung, ich schreibe hier als Marketerin und Influencerin. Mit diesem Beitrag wird hoffentlich verhindert, dass ein nicht ausgeschöpftes Marktpotential Oberflächlichkeiten zum Opfer fällt.

 Dieser Artikel ist ein Tipp an meine Kollegen beider Branchen. Es soll verdeutlicht werden an welchen Ecken zeitliche und monetäre Einsparungen im digitalen Marketing keinen Mehrwert für uns ergeben. Diese Informationen bieten Influencern außerdem die Möglichkeit, sich rechtfertigen zu können, wenn Sie aufgrund von undankbarem Price dumping von Fakefluencern nicht mehr in der Lage sind angemessene Honorare zu verrechnen.

Wie können wir es in Zukunft besser gestalten und wie erhält jeder das, wofür er-sie auch gearbeitet hat? Ohne läppische Vergütungen seitens Unternehmen, aber mit ernstzunehmenden Influencern. Influencer, die wissen was sie machen und einen hohen ROI im Influencer Marketing für eine Marke versprechen.

Seit geraumer Zeit tauchen Mikroinfluencer aus dem Nichts auf. Innerhalb von fünf Monaten eine Community die aus knapp zehntausend Menschen besteht. Siebenhundert davon agieren auf jedes Foto und interessieren sich für jeden Beitrag, selbst wenn es einer absurden Selbstinszenierung gleicht und das nach nur fünf Monaten kreativer Bildgestaltung. Wir sind keine Infuencer- Visionäre mehr – diese Marktphase ist vorbei. Womit das oben genannte Beispiel einer Illusion gleicht.

„Sie konnten ihre eigenen Regeln erstellen. Jene von denen ich gerade spreche, haben das kontinuierlich über Jahre hinweg meist nicht oder schlecht bezahlt weitergemacht.“

Einen hohen ROI im Influencer Marketing durch Zusammenarbeit mit „Senior-Influencern“

Es gibt eine unbenannte Kategorie von Influencern, die von jahrelangem Branding und unendlich vielen unbezahlten Stunden lebt, welche in den eigenen Blog und Social Media Auftritt (wir sprechen hier im Jahre 2019 mal vor allem von Instagram) investiert wurden.

Es sind die Urgesteine, Senior Influencer, Visionäre, was auch immer – eine Bezeichnung gibt es hierfür nicht wirklich. Diese Menschen haben sich ein Privileg erarbeitet. Sie können auch mal einfach nur ein Foto von sich selbst posten und erhalten trotzdem eine erstaunlich hohe Resonanz. Sie benötigen nicht ständig neuen informativen, aufklärenden, unterhaltenden oder inspirierenden Inhalt. Das Vertrauen und die Beziehung zur eigenen Community wurde dabei über Jahre hinweg aufgebaut.

Sie waren die Vorreiter und haben, wenn man das so sagen will, „alles richtig gemacht“. Sie konnten ihre eigenen Regeln erstellen. Jene von denen ich gerade spreche, haben das kontinuierlich über Jahre hinweg meist nicht oder schlecht bezahlt weitergemacht.

Dass einige wenige von denen nun gut davon leben können bedarf keiner magischen Formel. Wie bei jeder Selbstständigkeit: Du musst nicht der/die Beste sein, aber du darfst nicht aufhören – so oder irgendwie so.

5 Tipps für einen hohen ROI im Influencer Marketing

Doch woher kommen viele von diesen erfolgreichen Mikroinfluencern plötzlich? Was ist ihr Geheimnis? Wie kann man jeden Tag 10, 15, 20 oder 50 neue Follower bekommen ohne 20 Stunden am Tag online zu sein oder jeden Tag neuen informativen, unterhaltsamen und originellen Content anzubieten?

Bestimmt sind es attraktive Menschen und das ist wohl ihr Geheimnis? Eben genau nicht. Wir sind in einer neuen Zeit angekommen, in der Dinge, die von Bedeutung sind, um kontinuierlich organisch weiter zu wachsen, weitaus mehr von Bedeutung sind, als alles, das ein äußeres Erscheinungsbild bieten kann.

5 Tipps für einen hohen ROI im Influencer Marketing

Um zukünftigen Kooperationen und Beziehungen mit Influencern mehr Vertrauen zu schenken und einen hohen ROI im Influencer Marketing erwarten zu können, liegt es an jedem Marketing Manager, Unternehmer und jedem weiteren Verantwortlichen in diesem Bereich, etwas mehr Zeit in die Vorbereitung zu investieren.

5 Dinge, die du als Marketing Manager für einen hohen ROI im Influencer Marketing beachten solltest

Nicht nur 5 Dinge, sondern 5 Cheat/Schummel- Taktiken von Influencern, die vor allem Instagram-Nutzer anwenden. Bei genauerem Studium dieser und anschließender detaillierter Analyse des gewählten Influencers steht einem hohen ROI im Influencer Marketing nichts mehr im Weg.

1. Influencer, die Follower kaufen

Das wohl bekannteste „schnelle“ Wachsen aller Influencer. Es wurde schon sehr oft darüber gesprochen und auch Instagram geht periodenweise drastisch dagegen vor. Dabei werden in Wellen einige Ghost- und Fake- Accounts gelöscht. Trotzdem geht diese Taktik immer und immer wieder in die nächste Runde. Um zu analysieren, ob ein Influencer auf Instagram Follower gekauft hat, kann man den gewünschten Account ganz einfach über die Plattform SOCIALBLADE kostenlos analysieren lassen. Ein plötzlich rasanter Anstieg oder ein tägliches Wachstum von mehreren Followern lässt hier meine Alarmglocken läuten und das sollte es auch bei jedem anderen.

2. Influencer, die Bots verwenden

„Bei der englischen Bezeichnung Bot bzw. Social Bots handelt es sich um einen Softwareroboter bzw. -agenten, welche in sozialen Medien und im Social Media Bereich auftritt. Bots besitzen die Funktion zu liken, retweeten, texten und kommentieren.“ – gruenderszene.de

Das Zitat erklärt Bots meiner Meinung nach so, dass es jeder versteht, selbst wenn man noch nie damit zu tun hatte. Bots lassen sich auf vielfältige Weise nutzen. Unter anderem:

2.1 Automatische Follow – Unfollow Methode

kurze Sidenote: Die Follow-Unfollow Methode wenden unendlich viele Influencer auch ohne Bot an.

Hier wird eingestellt wie vielen Menschen am Tag maximal gefolgt werden soll, ob der Bot diesen Menschen automatisch oder manuell  entflogen soll und wenn es durch den Softwareroboter passiert, dann kann noch entschieden werden nach wie vielen Tagen das „Unfollow“ stattfindet.

So manch einem ist vielleicht jetzt nicht ganz klar, wieso diese Methode als #cheat gelistet wird. Selbst manuell, also ohne Bot, angewendet, kann man keinen hohen ROI im Influencer Marketing erwarten. Die Bindung der Follow- Unfollow- Community zum Influencer ist zu gering, um eine Conversion auszulösen und die Berührungspunkte, die in dieser Situation bei ca. 1 liegen, reichen nicht, um genügend Vertrauen aufgebaut zu haben.

Weitere Vorauswahlen der automatischen Follow- Unfollow Methode sind unter anderem:

Wem folgt und entfolgt man?

  • der Community eines anderen Influencer
  • Nutzern, welche bestimmte Hashtags nutzen
  • Nutzern, die ähnlichen Accounts wie dem eigenen folgen
  • Geotagging
Follow - Unfollow Methode - ROI im Influencer Marketing
Socialblade: Analyse einer Follow-Unfollow Methode

2.2 Automatisches Engagement:

Engagement bedeutet Interaktion. Unter einer Interaktion versteht ein Bot das Liken oder Kommentieren eines Bildes. Um für Instagram kein „auffälliges“ Verhalten zu riskieren, kann selbstbestimmt werden, wieviele Fotos random geliked bzw. kommentiert werden. Ein auffälliges Verhalten führt zur Sperrung und Löschung eines Kontos durch Instagram.

Sidenote: Instagram verbietet Bots und man riskiert dadurch die Löschung und Sperrung des eigenen Accounts. Ich empfehle nicht nur bei der Influencer Analyse darauf zu achten, sondern zusätzlich nicht selbst davon Gebrauch zu machen.

Diverse Vorauswahlen die bei einem automatischen Bot Engagement gesetzt werden:

  1. Auf wieviele Fotos in der Stunde, in der Minute, am Tag
  2. Fotorecherche – auf welche Fotos möchte man interagieren:
  • auf den Content von der Community eines anderen Instagramers
  • auf Fotos, die bestimmte Hashtags nutzen und beinhalten
  • auf den Content von Nutzern, die ähnlichen Accounts wie dem eigenen folgen
  • auf den Content von Nutzern, die auf ein bestimmtes Bild interagierten
  • Geotagging

2.3 Automatische Kommentare:

Diese Option folgt den selben Prinzipien wie ein automatisches Engagement und die automatische Follow-Unfollow Methode. Zusätzlich kann, je nach Anbieter, eine limitierte Anzahl von Wörtern oder Sätzen vorbereitet werden, um diese dann als Kommentar auf dem Foto fremder Menschen zu hinterlassen.

3. Influencer, die Engagement Pods nutzen

Bots Pods Bots Pods Bots Pods. 

Genug davon. Ein Engagement Pod ist meiner Meinung nach das, was jedem, der mit Influencern zusammenarbeiten möchte, die meiste Recherche- und Vorbereitungszeit kosten wird.

Wieso? Weil es sehr sehr schwer zu erkennen ist. Es benötigt Übung und Fingerspitzengefühl, um zu bestätigen, dass ein Influencer sich in einem solchen Pod befindet und aktiv daran teilnimmt. Für einen hohen ROI im Influencer Marketing, ist das meiner Meinung nach ein Punkt – der über Erfolg und Scheitern entscheiden kann.

Ein Engagement Pod ist im Gegenteil zu einem Bot kein Softwareroboter, sondern echte Menschen. Echte Menschen klingt erstmal nicht schlecht, doch leider keine zu erwartenden Conversions. Es ist eine Ansammlung von Influencern, die sich gegenseitig „unterstützen“.

5 Tipps für einen hohen ROI im Influencer Marketing

Von diesen Engagement Pods gibt es verschiedene Varianten:

  • Comment & Like
  • Comment
  • Follow, Comment & Like
  • Follow & Like
  • Follow, Comment, Like & Save (das Foto speichern, sodass es eine Auswirkung auf den Algorithmus hat)
  • Comment, Like & Save 

und noch ein paar kleine Abwandlungen.

Diese Pods können so ausarten, dass sich teilweise 150 bis 500 Teilnehmer in einem befinden. Dadurch kommentieren, liken und speichern in kürzester Zeit 150 -500 Menschen ein neues Foto. Manche werden zu einer bestimmten Uhrzeit organisiert, um den Algorithmus dadurch ganz clever auszutricksen. Ähnlich wie ein Online-Event. Man kann nur Teil haben, wenn man zur angekündigten Zeit teilnimmt.

Das ist auch der Grund, wieso ein paar Influencer (nicht nur Mikroinfluencer) ein sagenhaftes, ja fast unglaublich magisches Engagement vorweisen können.

Influencer, die sich in einem Pod befinden, sind meistens nicht nur in einem vertreten und aktiv, sondern in mehreren. Wieso?  Um sich ein „vielfältiges“ Publikum aufzubauen und nicht auf jedem Foto von den gleichen 150, 50 oder 30 Leuten ein Kommentar vorzuweisen.

Zugleich erfüllt jeder Pod einen anderen Zweck für einen Influencer: einer um Likes zu sammeln, das ist vermutlich der größte Pod, einer um individuelle und ansprechende Kommentare und Savings zu erhalten, und ein weiterer für das all inclusive Paket.

Nochmals zu betonen: Diese Pods bestehen aus Menschen, die kein aufrichtiges Interesse aneinander haben und sich selbst nur in dieser Gruppe aufhalten, um im Gegenzug Engagement zu erhalten. Hier werden keine Conversions erzeugt und einen hohen ROI im Influencer Marketing kann man auf diese Weise schon von der Liste streichen

4. Unser Albtraum: Influencer, die einen Mix von mehreren #cheats anwenden

Da gibt es Spezialisten, die eine Mischung dieser Taktiken anwenden. Wieso ist das unser Albtraum? Weil es Feingefühl und zeitliche Kapazität benötigt, um diese Influencer zu analysieren und festzustellen, ob es brauchbare Kooperationspartner sind oder nicht.

5. Agenturen

Ich hoffe, dass keine Agentur, bei der ich vertreten bin oder eben auch nicht, mir diesen Teil des Beitrags böse nimmt. Kritik ist die Möglichkeit zur Verbesserung. 

Nach fast 3 (oder sind es 4?) Jahren, die ich mich mit diesen Techniken beschäftige, habe ich dieses Feingefühl, welches ich vorher angesprochen habe, entwickelt. Es gibt den ein oder anderen Influencer, bei dem auch ich noch meine FBI Skills spielen lassen muss, aber im Großen und Ganzen kann ich mir sehr schnell einen Überblick über die „Strategie“ eines Influencers machen. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Agenturen mit Personen zusammenarbeiten, die eine oder mehrere von diesen #Cheats anwenden.

Doch wieso ist das wichtig für den Marketing Manager? Genug Agenturen vergeben hochwertige Kooperationen an genau diese Influencer. Marken, die mit Agenturen zusammenarbeiten, erwarten sich natürlich eine professionelle Handhabung, sowie eine detaillierte Influenceranalyse. Würde das der Fall sein, dann wäre dieser Punkt allerdings nicht in meinem Artikel und keiner müsste sich mehr Gedanken machen. Ich denke also, dass es da so ähnlich wie bei einer Statistik ist:  Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

5 Tipps für einen hohen ROI im Influencer Marketing

Vertraue keiner Influenceranlayse, die du nicht selbst überprüft hast

Einen hohen ROI im Influencer Marketing zu erzielen ist kein Kunstwerk, doch es bedarf einer ersten intensiven Analyse und Recherche. Wenn das passiert und jeder, von allen Branchen, beginnt fair zu spielen, ja dann kann man sich erwarten, dass in naher Zukunft, langfristige Beziehungen aufzubauen und eine detaillierte Analyse Hand in Hand gehen. Ja dann kann man davon ausgehen, dass sich die Investition in eine Kooperation lohnt und dann kann man hoffen, dass wir dieses nicht ausgeschöpfte Marktpotential doch nicht an uns vorbeiziehen lassen.

Ich habe zu diesem Thema noch viel mehr zu sagen und dieser Artikel brennt mir schon sehr lange in den Fingerspitzen – ich bin froh, dass ich nun entschieden habe meine Augen nicht mehr zu verschließen und anderen Menschen dabei zu helfen die ihren auch zu öffnen.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast und bis bald,

Alissa S.

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