Bali – Alles was ihr wissen wolltet

Bongiorno! 

Ich meine Rahazng S’mng. 

Ob es hierfür eine korrekte Schreibweise gibt, weiß ich nicht genau.  Ah, gerade gegoogelt. Voll falsch. Haha. Ich bezweifle, dass mich hier irgendjemand wirklich lachend vor sich sieht. Also warum eigentlich nicht? Ich lache gerade – stell es dir ruhig vor.

Die korrekte Schreibweise: Rahajeng Semeng – Guten Morgen auf Bahasa Bali.

Shortcut Canggu 6 am

Bahasa Bali

Jep, ich kann ein bisschen Bahasa Bali. Also was heißt ein bisschen. Ich bin in der Lage höflich zu sein und Einheimische glauben zu lassen ich sei auch einheimisch. Es kommt sehr selten vor, dass sich ein Tourist oder auch so manch ein Expat (Ausländer, die permanent oder temporär auf Bali wohnen) überhaupt nur die Mühe macht, den Unterschied zwischen Bahasa Bali und Bahasa Indonesia zu kennen.

Es gibt zusätzlich einige Javanesen – oder heißt es Javaner? Ach ich google schnell. Oke cool sollte beides gehen – die nach Bali gezogen sind und kein Wort Bahasa Bali sprechen.Unglaublich. 

Sunset Point Uluwatu

Mir ist es ganz oft passiert, dass ich mich im Supermarkt auf Bahasa Bali bedankt hab und mich die Person am Schalter danach mit ihrem oder seinem hilflosen Blick angesehen hat, als hätte ich das chinesische Alphabet rückwärts aufgesagt. Puh. Das hab ich schon als sehr fragwürdig empfunden, wenn ich ehrlich sein darf. Wie steht es denn mit der Integration dort?

Ah. Sorry, eigentlich ein viel zu kompliziertes Thema und normalerweise  würde ich diesen Satz jetzt löschen, aber ich hab mir für die Zukunft vorgenommen keine Sätze mehr zu löschen. Ich bin ich und soll’s sein.

Wo war ich? Sogar, wenn ich Selbstgespräche führe, verliere ich den Faden, wow. Selbstgespräche, weil einen Text zu schreiben für mich ja nichts anderes ist, als mir selbst zu und all den Menschen, die die Welt ein bisschen so wie ich sehen, zu schreiben. 

Sollte das nicht so sein, liest hier nämlich eh keiner weiter, weil es einfach unverständlich ist, worauf ich eigentlich hinaus will.

Ich überspringe nun am besten alles was nicht relevant ist, sonst sitzen wir morgen noch da. Also ich sitze morgen dann noch da. Irgendjemand hat gefragt, ob ich nicht ein bisschen von meiner Bali Reise erzählen kann. Wie habe ich mich darauf vorbereitet, wie habe ich es mir finanziert und was war nochmal die andere Frage? Keine Sorge, ich hab sie mir aufgeschrieben, mein Handy steckt gerade an der Bar des Cafes, in dem ich seit 5 Stunden sitze und mich zuvor 2 Stunden über meinen Mobilfunkanbieter geärgert habe. What a wasteee of time. Oh sorry, schon wieder falsches Thema. Also entweder wird dieser Beitrag das Amüsanteste was ich jemals selber lesen werde oder das Fadeste. We Will See.

Eigentlich meide ich solche Reiseblogposts, aber man hats nicht einfach als Influencer, was die Community will, dass soll sie bekommen. Wow, diesen Satz würd ich jetzt wirklich gerne löschen, er klingt so, mh arrogant. Aber es ist doch so, wenn man geholfen hat eine Community aufzubauen, da hat man auch eine Verantwortung und dann muss man manchmal zusätzliche Dinge tun, für die man eigentlich gar keine Zeit hätte, aber man macht damit jeder comme ci comme ca zufrieden ist. 

Ich sehe mich nicht als Reisebloggerin und auch, wenn ich weiß, dass ein oder zwei Reiseblogposts mich nicht dazu machen, ist es Zeit die ich darin investiere etwas aufzubauen, was ja eigentlich garnicht mein Ziel ist. 

Bestimmt etwas, das mir Mitte 24 nun bewusster geworden: zeit ist so kostbar – fuck, sogar ich werde mal alt. Ich lieb’s ja älter zu werden, ein großer Vorteil im Leben, denn wie ich weiß, geht’s nicht jedem so. Da ich darüber aber weder heute noch morgen schreibe, rede oder singe, schaut doch mal zu Janko Wusch (ich hoffe es war sie, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern, as I said: Ich werde alt) sie hat dazu eine Podcast Folge veröffentlicht – also ich hoffe wirklich, dass es sie war.

Oh gooooott. Hey ich komme jetzt definitiv zum Punkt. Das hier sollte eigentlich ein 300 Wörter Artikel werden. Also ca. 

Meine Reise nach Bali war nicht geplant. Dieser Winter war halt wieder scheisse. Darf ich dieses Wort auf meiner eigenen Webseite ausschreiben oder hab ich nun irgendwelche SEO-Fails zu fürchten? Whatever. Der Knöchelbruch war mental doch nicht so easy, wie anfangs gedacht. 21 bis 66 Tage braucht ein Mensch um neue Gewohnheiten aufzubauen. Da waren sie meine neuen Gewohnheiten. Leere im Kopf. Im Dezember hab ich dann gewusst, dass ich da irgendwas machen muss, also hab ich bis Januar überlegt und überlegt was ich mir richtig gutes tun könnte. So kam es dazu, dass ich 55 Tage Therapie auf Bali gebucht hab. Also eigentlich nur den Flug, aber was auch immer. 

55 Tage auf Bali

Für alle die vorgescrollt haben, jetzt beginnt der eigentliche Beitrag. Ich versuche auf ein paar Fragen, die mir gestellt worden einzugehen und jede so gut wie möglich zu beantworten.

1. Wie hast du dir die reise finanziert?

Naja ganz einfach, ich hab ja Geld am Konto. Ich zahle monatlich meine Miete und ich gebe auch Geld in Wien aus. Weitaus mehr als auf Bali. Also hab ich schnurstracks einen Untermieter für ca. 2 Monate gesucht, da ich flexibel war konnte ich mich auch sehr gut auf seine Daten anpassen und hab, alsbald ich einen Untermieter hatte und mit ihm den Zeitraum fixiert hatte, den Flug gebucht. Mit einer Monatsmiete habe ich schon meinen Flug „finanziert“ – also ich musste sie ja nicht bezahlen, also nicht wirklich Geld was ich anderswo hernehmen musste  – ein bisschen mehr was es schon, aber nicht wirklich viel. Dort hab ich mehr oder weniger berechnet was für ein Tagesbudget ich habe und mich mehr oder weniger daran gehalten. 

2. Wo hast du gewohnt und wie hast du deine Unterkünfte ausgewählt?

Ich war die ersten 10 Tage in Uluwatu auf „Urlaub“, um mein mental breakdown wieder in den Griff zu bekommen und mich daran zu erinnern, wieso ich atme und wieso ich es weiterhin tun will.  –  ja Drama gehört zu meinem Leben.

Danach war ich die restlichen 40 (45? – ich weiß ehrlich gesagt gerade nicht wie lange ich tatsächlich auf Bali war) in Canggu. Meiner home base. Als ich 2017 auf Bali war, verbrachte ich dort die meiste Zeit meines Aufenthalts und habe gelernt, dass die Digital Nomad Community dort sehr groß und gut vernetzt ist. In Canggu war ich dann, um zu arbeiten. 

Meine Unterkunft in Canggu wusste ich sofort – dieselbe wie 2017. Also hab ich meinem damaligen Gastbruder geschrieben von wann bis wann ich komme. Ein paar Tage hin und her verhandelt, um den Preis und dann mündlich bei ihm gebucht. Damals, im Jahr 2017,  habe ich das Guesthouse nicht selbst gefunden, sondern ich war in einem Taxi – auch von Uluwatu aus anreisend- und hab den Fahrer gebeten einfach ein paar Guesthouses anzufahren und auf mich zu warten, damit ich sie mir ansehen kann. Das erste war direkt das von meiner jetzigen Gastfamilie und wie sie immer sagen „Ich gehört ja zur Familie“.

In Uluwatu war es ein bisschen schwieriger. 2017 habe ich ein Hotel für zwei Nächte online gebucht und ein Hotel für zwei Nächte vor Ort. In 5 Tagen hab ich in Uluwatu 500,00€ ausgegeben. Ziemlicher Fail damals. Jetzt bei meinem zweiten Mal in Uluwatu, hab ich versucht ein bisschen kostengünstiger zu urlauben  und hab mir ein Guesthouse gesucht.  Es war sehr außerhalb und jetzt würd’s mich nicht mehr stören, aber der Verkehr nach Hause war echt nichts für schwache Nerven.

Für die Unterkunft in Uluwatu habe ich mir mehrere Vergleiche von Guesthouses und Hostels auf verschiedenen Webseiten geholt – da waren unter anderem dabei: booking.com und hostelworld.com 

Der Vergleich lohnt sich! 

Danach hab ich die Unterkünfte, die mich angesprochen haben, direkt auf Facebook kontaktiert, ohne zu erwähnen, dass ich den Preis bereits kenne. Ich hab gleich im Vorhinein erklärt von wann bis wann ich bleibe, was ich erwarte (Mehrbettzimmer, Einzelzimmer, Basic, Superior, etc ) und dass ich alleine reise. Meistens, also immer, wurde dann versucht mich über den Tisch zu ziehen. 

Darauf habe ich dann immer mit „my friend“ geantwortet und war sehr höflich, aber hab darauf aufmerksam gemacht, dass das guesthouse auf booking bspw einen günstigeren Preis offeriert und my friend mir mindestens diesen minus 5% arbeiten könnte, denn da verdiene er ja noch immer mehr, als auf booking. com, dort bezahlen sie Kommission. Ich weiß das, ich hab selbst in der Reservation und im Revenue gearbeitet.  Die meisten gingen darauf ein.

Dann hab ich direkt nach dem Scooterpreis gefragt und ob sie mir einen organisieren könnten, denn von Uluwatu wusste ich noch, dass die Scootermiete lächerlich hoch war.

In Uluwatu habe ich letzten Endes 9 Nächte in einem Mehrbettzimmer verbracht, womit ich nicht zufrieden war, aber die Leute, die ich dort kennengelernt habe, haben mich das total vergessen lassen. 

In Canggu hatte ich die ganze Zeit über mein Doppelzimmer – wobei ich das nächste mal ein Superior buchen werde, einfach um ein bisschen mehr Platz zum Arbeiten zu haben, ansonsten wäre das Basic auch schon super. 

3. Würdest du Bali als Reiseziel empfehlen -Wem würdest du es empfehlen?

Eine kontroverse Frage, für die ich wahrscheinlich, egal wie ich antworte, irgendwann von irgendjemand eine Watschn bekomme. JEIN. Bali ist ein super Reiseziel, wenn du bereit bist dich mit der Problematik der Müllentsorgung, der Meeresverschmutzung, der Plastikverschwendung, der Krankheitserreger, der Tierquälerei, der Korruption, der Trinkwasserknappheit, der Bedrohung und Schädigung der Korallenriffe auseinanderzusetzen. Wenn du bereit bist das alles und noch dazu einen chaotischen Verkehr in Kauf zu nehmen und versuchst die Dinge zu verstehen, anstatt sie zu beschönigen, ignorieren oder damit herum zu diskutieren als wäre der gesamte Planet schuld daran, nur man selbst eben nicht.  – Dann ja, empfehle ich dir hinzureisen.

Ich empfehle Bali jedem und jeder, die nicht nur Urlaub machen möchten, sondern auch bereit sind ein bisschen zu arbeiten. An sich selbst allem voran. 

4. wieviel geld hast du investiert

Interessante Frage. Ich muss kurz rechnen. 

ca. € 700,00 für den Flug inkl. An- und Abreise von Zürich mit Qatar Airways

ca. € 550,00 für 10 tage Mehrbettzimmer in Uluwatu, Scooter in Uluwatu, Scooter in Canggu, die restliche Zeit im Doppelzimmer in Canggu und drei Nächte in einem DZ in Uluwatu an Wochenendausflügen 

für Essen, Getränke, Sprit, Wäscherei, Kosmetik, Hygieneartikel:

an wenigen Tagen ca. € 7,00 

an den meisten Tagen zwischen 10 – 13,00 €

und an ein paar Tagen zwischen 16- 20,00 €

Macht ein Tagesbudget von ca. 20 – 40 € inklusive Unterkunft 

Da ich nur die ersten Tage getrunken hab, fällt das nicht in mein Tagesbudget, aber es hat sich sehr sehr schnell summiert. In einer bekannten Bar kostet das Bier in Uluwatu bspw mal schnell 6€. 

Ich war auch ein bisschen Shoppen und hab mir Leinenbekleidung, Silberringe, eine Halskette und eine Fußkette gekauft. Außerdem hab ich mir zwei neue Tattoos stechen lassen. Das Surfen hat auch ein bisschen was gekostet und ein Mitbringsel war auch noch dabei. Achja, vergessen hätte ich beinahe meine Ehre in meiner letzte Woche eine Polizeistrafe zu bezahlen. 

5. Hast du öfter die Unterkunft gewechselt?

Nope, wie gesagt, je Ort eine Unterkunft- das andere ist mir zu stressig.

Guesthouse in Canggu

6. Wohnst du jetzt auf Bali oder doch noch in Österreich?

Nette Frage haha. Eine Frage, die ich mir jetzt selbst stelle. Aktuell ist es für mich nicht ganz einfach darauf eine endgültige Antwort zu finden. Warum? Ich bin seit ich 18 Jahre alt bin oft umgezogen. Nicht nur das, bei jedem Umzug habe ich alles aufgegeben was ich mir bis dahin aufgebaut hab. Meine Möbel verkauft bzw. eigentlich immer hergeschenkt. Maklergebühren bezahlt und verloren. Ja jede neue Matratze war eine verlorene Investition. Ich bin jetzt ein bisschen älter und ich weiß es besser. Pläne können sich von heute auf übermorgen drehen und wenden, um mehr als nur 90 grad. 

Ich tendiere tatsächlich dazu nach Bali zu ziehen. ich sehe aber nicht nur den Sonnenschein und den Sand unter meinen Füßen, wenn ich mir den Umzug bildlich vorstelle.Ich sehe auch nicht nur den Sonnenuntergang und das kurze Schwimmtraining davor. 

Es ist vielmehr als das. 

Es sind die Dinge, die hier in Österreich sind und dort nicht. Die Distanz, welche ich zu jenen Menschen bekommen, dessen Nähe mir weh tut. Dessen Nähe mich so unkontrollierbar kontrolliert, dass ich nicht ganz ich selbst bin und Handlungen sowie Gedanken auf dessen Wohlbefinden abstimme. Es ist die Vergangenheit, die hier ihren Platz gefunden und sich eingenistet hat. Eine Vergangenheit, mit der ich Frieden gefunden habe und doch lauert sie schon an jeder Ecke, die ich kenne wieder auf mich und ohne, dass ich es auch nur erahne, springt sie mich wieder an. 

Es sind die Pflichten, die ich mir selbst auferlege, mit dem Wissen, dass gewisse Dinge nun von mir erledigt werden können, weil ich ja da bin. Dinge, die mir am anderen Ende der Welt egal sind, Pflichten die ich mir nicht selbst auferlege, weil ich dann zu weit weg bin, um sie zu ändern. Vielleicht grad ein bisschen verwirren, aber, wenn du gerade zwischen den Zeilen gelesen hast: Kein Sorge, ich hab alles im Griff. 

Dort habe ich die Freiheit ohne Zwänge zu leben, zu atmen und das habe ich vor allem an meiner Kreativität und meinem Schlafrhythmus gemerkt.

Klingt so als wär es bereits entschieden? Nope.

Ich hab mir auch hier ein neues Leben aufgebaut. Eine kleine Familie die mir den Rücken stärkt, ein professionelles Netzwerk, mit dem ich mich austauschen kann und viele potenzielle Weiterentwicklungsmöglichkeiten. 

Obwohl es hier in Wien ein neues Leben ist und diese Zwänge hier auch keinen Platz haben, ja ich biete nichtmal Raum dafür, holen sie mich hier und da wieder ein. 

Manche Entscheidungen sind selbst dann nicht getroffen, wenn man ma eine Nacht darüber geschlafen hat. Für manche Entscheidungen muss man eben 10 oder 50 Nächte schlafen. Für manche Entscheidungen fehlt noch die Cherry on the top. Der letzte, wichtigste und entscheidende Impuls.

Den suche ich jetzt bis September.

Ich hoffe alle Fragen sind so beantwortet, wie gewünscht.

Danke fürs zuhören und bis bald,

Alissa S. 

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2 Comments

  1. zerggl

    wahnsinn. so sollen texte sein. fühl mich total inspiriert und aufgerüttelt. vor allem die digital-nomad-integration auf bali hat mir aufgestossen, obwohl ich noch nie dort war. durch dich war ich ein bissl dort!

    1. Alissa

      freut mich, dass die wahrheit so gut ankommt, man weiß ja nie was für konstruktive kritik einen erwartet – grad wenns um einen weiteren bali travelguide geht :p eine frage: hat dir aufgestossen – fandest du nicht gut?

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