Der Weg ist das Ziel – Berufliche Pläne & Persönliche Herausforderungen

Was eine schlechte Bloggerin ich bin. Im Mai noch alles umgekrempelt und voller Elan verkündet, dass nun monatlich mit diesen und jenen Beiträgen zu rechnen ist. Voll verkackt. Excusez! Ich rede mich jetzt raus mit: Quality over Quantity. Ich poste selten etwas womit ich nicht zu 100% zufrieden bin. Damit sage ich nicht, dass die Grammatik, die Rechtschreibung oder der Satzbau ohne Fehler veröffentlicht werden, denn wir wissen, das ist nicht der Fall. Nope. Ich meine, dass ich nichts publiziere, solange meine Einstellung nicht klar und deutlich niedergeschrieben wurde. Das ist ein großes Thema in meinem Leben, dieser Perfektionismus, aber um das jetzt noch näher zu erläutern, dafür reicht der Platz in diesem Blogpost heute nicht.

Ich hör schon damit auf, nicht auf den Punkt zu kommen (nächste Problematik, um ehrlich zu sein). Heute erzähle ich endlich was ich mache, was meine Pläne sind und wie mir das Persönlichkeitstraining von Sebastian Körber dabei geholfen hat, binnen wenigen Monaten eine selbstsicherere Frau zu werden. Denn die kleine Alissa ist jetzt nur noch da, wenn ich sie auch brauche, ansonsten hat sie Pause. Meistens. Wow. Bin selbst erstaunt mich das sagen zu hören oder warte, es zu schreiben.  Ganz klar, viele von den Menschen, die auf diesen Blogpost gewartet haben, folgen mir vermutlich nicht mehr, weil ich einfach zu lange gebraucht habe. Jep, definitiv ausbaufähig. Aber alle die noch da sind: Ich hoffe von ganzem Herzen, dass du findest wonach du suchst.

Ich bin vor kurzem 24 Jahre alt geworden und ich fühl mich das erste mal so richtig wohl in meiner Haut. Nie wusste ich was Frauen meinen, wenn sie sagen „Ich fühl’ mich sexier als je zuvor“. Keine Erklärung mehr notwendig. Es war halt viel Arbeit und es benötigte Zeit.

Der Weg ist das Ziel

Für mein Weiterkommen, gerade in beruflicher Ebene war es             unabdingbar zu verstehen: Der Weg ist das Ziel.

Die Gründung meiner digital Agentur, mit der ich mich auf Social Media- & Content Marketing spezialisiere, war für 21. September 2018 geplant. Mit meiner Selbstständigkeit setze ich mir Nachhaltigkeit in jeglichen Aspekten als Vision, denn so ist es auch in meinem privaten Leben. Dabei differenziere ich: Nachhaltig in der Produktion, nachhaltig für die regionale Wirtschaft, nachhaltig in der Sichtweise. All das spielt eine große Rolle für mich und ich werde mir das nicht nehmen lassen, lieber scheitere ich dabei und versuche es erneut, als mich von anderen Menschen und deren Einstellung, welche nicht meine repräsentiert, leiten zu lassen.

Wieso? Weil ich alles schaffen kann.

Hier und da hab ich schon von meinen etwas schwierigen Familienverhältnissen und der Alkoholkrankheit meines Vaters erzählt. Trotz allem, war und ist er der gutmütigste Mensch, den ich jemals kennen lernen durfte. Als ich ein Kind war, war es er der mir bei jedem Treffen gesagt hat:

Du kannst alles schaffen. Deine Energie spürt man und sie lässt einem nichts anderes übrig, als auch daran zu glauben, woran du glaubst.

 

Diese Worte haben mich Hoffnung schöpfen lassen, trotz der vielen Niederschläge. Das Positive im Negativen sehen. Selbst, wenn er sich selbst keine zweite Chance im Leben geben wollte, mir gab er unzählige. Egal was passiert war, er sah mir in die Augen und gab mir mit diesen Worten viel Kraft. Deshalb war es für mich auch sehr schwer, ihn in einer gewissen Weise gehen zu lassen. Andere Geschichte.

Wie schon gesagt war die Gründung der Agentur für September geplant, leider komm ich durch den Knöchelbruch jetzt etwas in Verzug und werd’s direkt auf den 01.01.2019 verschieben, SVA Zahlungen you know.

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Social Media & Philanthropie

Den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, beziehungsweiße, wirklich zu entscheiden – Hey ich mache das – war alles andere als einfach. Es war auch alles andere als geplant, um ehrlich zu sein. Mit Social Media befasste ich mich immerhin die letzten 4 Jahre, es war eine lange Forschungsreise, aber allem voran, fühlte ich mich auf Instagram am wohlsten. Hier kommunizierten Menschen wieder miteinander, auch wenn auf eine bis dato eher ungewöhnliche Art und Weise. Das WIR stand im Fokus und Philanthropie wurde und wird gefördert. Mir wurde bewusst, dass wir uns letzten Endes alle nach dem Gleichen sehnen, dieser Gedanke aber noch nicht für alle ersichtlich genug ist. Es gab keinen Artikel oder Newsletter, den ich nicht schon kannte. Trotz dessen, kam ich irgendwann an meine Grenzen und mein Selbststudium, primär im Marketing, stagnierte. Zu viel, zu komplex, kein „Lehrplan“.

Also entschied ich mich zu einem Online Marketing Lehrgang an der Werbeakademie (finally vorbei) und einer kleinen Zusatzausbildung im Social Media Marketing an der Digitalworld Academy. Letzteres als Selbstüberprüfung: Was kann ich, wie weit bin ich, wo liegt die Wissenslücke. Grundsätzlich bin ich diesen Weg nicht gegangen, um anschließend meine eigene Firma zu gründen. Denn ich konnte alles ein bisschen, aber nichts so wirklich. Da gab es meine Freunde die Publizistik an der Uni studierten, ihren Master in Marketing & Kommunikation vorbereiteten und jene die sich am guten Ruf Ihrer FH erfreuen konnten. Und es gab mich. Das Mädchen, das alles lernen wollte, aber keine Zeit zum Studieren hatte. Auf welche Art und Weise ich mich bis dahin weitergebildet und meine ersten Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hab, kannst du jederzeit im Blogbeitrag „Selfmade“ nochmal nachlesen.

Ins Kalte Wasser Springen

Von Vortrag zu Vortrag, zu Seminar, zu Keynote, zu Workshop verließ ich den Raum und habe den Anwesenden teilweise qualitativ hochwertigeres Ergänzungswissen mitgegeben, als der oder die Vortragende. Das war nicht das erste Mal, dass mir bewusst wurde, wieviele Menschen null Ahnung von dem haben, was sie eigentlich machen.  Doch es war eine Premiere mir selbst die Frage zu stellen: Wieso stehe ich nicht dort vorne und spreche zur Gruppe?

Darauf fand ich keine Antwort.

Auf diesen Gedanken folgten Tage und Wochen des Nachdenkens, begleitet von einem gefühlten Gefrierpunkt unterhalb meiner Brust. Ich kann es nicht anders erklären.

Ins kalte Wasser springen. Ins kalte Wasser springen. Ins kalte Wasser springen. Jeden Abend wiederholte ich diese Worte, jeden Abend bekam ich Angst, welche ich in dieser Größe vorher nicht kannte, aber ich war auch aufgeregt, euphorisch und ich wollte springen. Ich war bereit und ich bin es noch. Ich habe beschlossen dieses seltsame Rätsel des Lebens auf einer anderen Ebene wahrzunehmen. Obwohl ich nicht alles weiß, trotz mancher Defizite und ungeachtet der tollen, inspirierenden und kreativen Marktbegleiter. Ich habe entschieden, dass ich es mache, weil ich in einigen Aspekten scheitern werde und dadurch lerne was nicht funktioniert, weil dieses Leben kein Wettrennen ist und es keinen Gewinner gibt, denn ich werde probieren und machen, solange, bis ich es nicht mehr kann. 

An manchen Tagen ist das Wasser kälter, als an anderen und ich versuche nur nicht unterzugehen, an anderen Tagen kann ich mich treiben lassen. Die letzten Monate hatte ich das Glück ganz viel Zuspruch von Menschen in meinem Umfeld zu bekommen und nur die wenigsten äußerten sinnentleerte Kritik. Würd ich mich davon abhalten lassen, dann wäre die Selbstständigkeit im Fall auch nicht das Richtige für mich. 

Umsatz ist die Währung

für Selbstwert am Markt

Zeitgleich bin ich im StartUp von meinem Schwager in Spe für          Marketing und Kommunikation zuständig und habe im Zuge dessen ein Persönlichkeitstraining von Sebastian Körber besucht.

Der Tag begann mit einer Vorstellrunde und einer Selbsteinschätzung. Hier ging es vor allem darum, mich selbst zu kennenzulernen. Meine Ängste, Wünsche und meine Werte zu definieren.  Zweiter Schritt war eine Fremdeinschätzung. Ich musste Platz in der Mitte unseres            Halbkreises nehmen und es folgte eine Persönlichkeitsbewertung, welche in jenem Moment hauptsächlich auf den ersten Eindruck aufbaute.

Ich war schüchtern. Ich hatte Angst. Ich war sehr ruhig. Ich hatte wenig Selbstvertrauen.

Das war die Beschreibung der anderen für mich. Da musste ich ehrlich gesagt schmunzeln, denn es war mir schon lange klar, aber keiner außer mir konnte es sehen. Bis zu diesem Moment.

Sebastian ist klinischer Psychologe und arbeitet mit den Ängsten des Menschen, um diese mithilfe der intrinsischen Motivation zu überwinden und daran zu wachsen. Wir kommen damit auf die Welt, wir lernen zu gehen, Fahrrad zu fahren und zu sprechen, weil wir, trotz vieler Fehltritte, gewillt sind es zu lernen. Nicht, weil wir dafür Geld oder Ruhm erwarten, sondern, weil wir wollen. Diese intrinsische Motivation verlieren wir ab der Schule nach und nach durch den immer steigenden Leistungsdruck.  Doch was ist die Währung für Selbstwert am Markt? Umsatz.

Das zu hören und wirken zu lassen war hart und erzeugte ein sehr unangenehmes Gefühl in mir. Wie soll ich meinen Selbstwert denn dann erhöhen? Die Antwort war schneller gefunden, als umgesetzt, denn sie anzuwenden nimmt kein Ende, bis an meinen letzten Tag. Ich muss meine Feigheit und Faulheit überwinden.

„Du bist nur was du tust.“

Meine Angst vor erfahreneren Menschen vorzutragen, für meine Meinung einzustehen, meine Arbeit zu präsentieren, mit Männern zu sprechen, meine dunkelsten Gedanken zu teilen, einen kompetenten Eindruck zu hinterlassen, aber nicht bossy zu wirken, zu meiner Vergangenheit zu stehen, meiner Meinung Gehör schenken und mich selbst mindestens genau so wichtig nehmen, wie meinen besten Freund oder meinen coolsten Kunden.

Im Laufe des Seminars musste ich mich selber in eine unangenehmen Situation bringen. Auf einer Skala von 1 bis 10, sollte sie zwischen 7 bis 10 liegen. Es musste von mir kommen, nicht von anderen Menschen aufgezwungen werden. Ich hab es an diesem Tag versucht, leider transformierte sich meine anfangs freiwillig gewählte Situation, in eine sehr unfreiwillige. Gescheitert. Das war okay, ich konnte es jeden Tag ein Stück besser machen.

Diese eine Methode versuche ich seither in meinen Alltag zu integrieren. Sagt mir mein Kopf in bestimmten Momenten „Oke, das solltest du jetzt nicht machen!“, genau dann mache ich es. So frage ich eine Frau in der Stadt um eine Umarmung, natürlich eine nicht sehr sympathisch wirkende Dame, geselle mich in der U-Bahn neben fremde Leute, beuge mich zu ihnen und lese mit was sie auf ihrem Handy schreiben oder in ihrem Buch lesen, setze mich bei einem Meeting auf den Tisch und rede als wäre ich unter Freunden, etc. Da sind wohl keine Grenzen gesetzt.

Sidenote Experiment: Wann hast du dich das letzte Mal freiwillig in eine angsteinflößende Situation gebracht und dich ihr gestellt? Wenn du daran wachsen möchtest, nimm es dir morgen vor (auf der Skala zwischen 7 und 10)

Mit jeder noch so unangenehmen Situation bin ich gewachsen. Es stimmt natürlich auch, dass solche unerwarteten Unternehmungen nicht nur mich nervös und aufgeregt werden lassen, auch die involvierten Menschen werden meist von einem unbehaglichen Gefühl überfallen. Sebastian Körber hat mir hierzu einen Tipp mitgegeben, der mich wohl noch viele Jahre begleiten wird.

Wie sich andere fühlen hat nichts mit mir zu tun, sondern mit ihrer eigenen Einstellung, Wahrnehmung und Gefühlswelt. Ich muss mich nicht dazu verpflichten diese Emotionen zu erwidern, geschweige denn aufzunehmen. Es sind ihre, nicht meine. Natürlich hat Sebastian mir noch viel mehr mitgegeben, von einer Fehlersuchkultur, Info-Assess Feedback Loops, zur Deutung der Körperhaltung, dem Mikroausdruck bis hin zur richtigen Tonalität, aber manche Dinge sollte man einfach live erleben, da reicht ein Blogpost nicht aus.

So sieht man mich manchmal an unpassenden Orten tanzen, zu lächerlich ernsthaften Meetings lachen und an regnerischen Tagen mit Sonnenbrille spazieren.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast und bis ganz bald,

Alissa S.

4 Comments

  1. Sarah

    Super Beitraf von dir ! Finde es super, dass du so ehrlich bist und dich in einer solchen Fakewelt, wie es heute ist, nicht verstellst.
    Ich bin mir sicher, dass du deinen Weg gehen wirst und wünsche dir dabei alles alles Gute!
    Immer daran denken, dass du ALLES schaffen kannst. 😍

    Alles Liebe Sarah

    1. Alissa

      Ah Sarah, so schön, dass du den Beitrag gelesen hast!
      Das werde ich ganz sicher, sowie wir alle, denn verlieren kann ja sowieso niemand 🙂

      Schönen Abend!
      X Alissa

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